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Nachrichten aus dem Museumsfundus (1):
Sammlung von Kreisheimatpfleger a. D. Theo Gensrich
05.05. - 31.08.

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Eröffnung:
Mittwoch, 05.Mai, 19.30 Uhr

Begrüßung:
EKR Henning Heiß

Einführung:
Museumsleiterin Dr. Ulrika Evers

 

Die Ausstellung würdigt vor allem die Sammeltätigkeit des ehemaligen ehrenamtlichen Kreisarchivpflegers Theo Gensrich, geb. 1920. Hermann Spandau empfahl ihn dem Landkreis Peine. Darauf folgte die Bestallung durch das Hauptstaatsarchiv Hannover. Seit dem 28.3. 1977 beauftragte ihn der Landkreis Peine in Person von OKD Nasdala zusätzlich mit den Aufgaben eines Magazinverwalters. Er erhielt eine monatliche Aufwandsentschädigung von 100 DM. Seine ebenfalls ehrenamtlichen Vorgänger waren Fritz Rehbein, der Beauftragte für die archäologische Denkmalpflege, und der Mehrumer Bildhauer Hans-Tewes Schadwinkel.

Zu Theo Gensrichs Aufgaben gehörte es, für Archiv und Magazin die anfallenden Arbeiten zu erledigen, Verhandlungen zu führen und museale Gegenstände entgegenzunehmen. Der Oberkustodin Dr. Mechthild Wiswe vom Landesmuseum Braunschweig, die anfangs mit dem Aufbau und der Einrichtung des Kreisheimatmuseums beauftragt war, stand er hilfreich zur Seite. Am 18.8. 1987 legte er sein Amt im Streit mit der damaligen Museumsmitarbeiterin Brigitte Kirschner nieder.

Theo Gensrich wollte die Schätze des alten Peiner Landes vor dem Verlust und der Vergessenheit retten und arbeitete emsig auf die Einrichtung eines „Heimatmuseums“. Im Kreishaus richtete er mit zahlreichen Ausstellungen bereits ein „lebendiges Museum“ ein. Später erhielt er für seine Tätigkeit den Niedersächsischen Verdienstorden.

Seine Sammlung begann er direkt vor der Haustür, im Kreishaus. Die ausgedienten Büroobjekte sammelte er von seinen KollegInnen ein, die sie ihm gutmütig lächelnd überließen, ohne daran zu denken, dass 40 Jahre später die damaligen Objekte des täglichen Gebrauchs beredtes Zeugnis auch von der Landkreis-Geschichte ablegen würden. Heute lächeln wir in wehmütiger Erinnerung über diese dinosaurierartigen Gerätschaften, mit dem die eine oder der andere in ihrem/seinem Landkreis-Arbeitsleben noch gearbeitet hat. An andere erinnert man sich und hat gar nicht gemerkt, dass sie aus dem Alltag längst verschwunden sind.

Das Museum bewahrt diese Dinge auf und dokumentiert sie für die Nachwelt. Viele Objekte sind ohne genaue Datierung oder weitere Beschreibung in den Fundus gekommen, sie kann jeweils nur geschätzt bzw. nachgearbeitet werden. Gerade an diesen Arbeitsgeräten wird die Vergänglichkeit einer Arbeitswelt deutlich, in der wir selbst noch mitten drin stecken, die sich aber bereits überlebt hat.

Die Inszenierung der alten Aktenordner – heute ersetzt durch das „papierlose Büro/Dokumentenmanagement“ – oder die des Computerschrotts – kaum ist ein Computer installiert, ist er schon alt – macht das überdeutlich.

Dazu kommen Daten aus Verwaltung und Wirtschaft, Literatur und Kultur, Bautätigkeit, dabei speziell der Schulbau, Verkehr sowie eine Auflistung mit Fotos der ehemaligen Landräte und Oberkreisdirektoren. Besonders herausgehoben findet sich die erste Landrätin in Niedersachsen und zeitweise Deutschlands Hertha Peters sowie die 2. Landrätin der Geschichte des Landkreises, Rosemarie Leunig (Landrätinnen sind noch immer Mangelware in Deutschland!).

Der Museumsgeschichte wird Rechnung getragen mit den ersten drei Objekten der Sammlung, den ersten Inventarbüchern, den ersten, von Theo Gensrich selbst geklebten, von dem Peiner Buchbindemeister Thomas Will gebundenen „Katalogbüchern“ und vielem mehr. Gezeigt wird auch der Museumsbaustein, den der damalige Vorsitzende des Kreisheimatbundes, Walter Gehrmann, um 1985/86 auflegte, um damit den Bau des Heimatmuseums zusammen mit Theo Gensrich zu unterstützen.

Und auch der Humor darf nicht fehlen – wie die Sammlung von Manfred Grunert aus dem Fachdienst Personal zeigt, der Anekdoten und Witze aus der Bürowelt über Jahre hinweg zusammenstellte.

Dem Kreisarchiv in Person von Frau Warecka und den vielen Landkreis-MitarbeiterInnen, die zum Gelingen der Ausstellung beitrugen, sei hiermit herzlichst gedankt!