„Nimm eine Rose und nenne sie Lieder
(Islamische) Gartenpoesie aus dem maurischen Spanien und dem Orient

In dieser literarischen Veranstaltung werden in deutschen Übersetzungen Gartengedichte präsentiert, die zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert n.Chr. im westlichen Mittelmeerraum (insbesondere Spanien) sowie im Vorderen Orient und Mittleren Osten geschrieben wurden, hauptsächlich in Arabisch und Persisch.
Die Araber verbreiteten mit dem Islam nicht nur ihre Kenntnisse in verschiedenen wissenschaftlichen und technischen Disziplinen, sondern auch in den Bereichen von Kunst und Literatur.
Wohin sie kamen, legten sie nach einem bestimmten Grundmuster, das sie von den Persern übernommen hatten, eindrucksvolle Gärten an. Die in Granada zur Alhambra gehörenden Gartenanlagen „Generalife“ gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Liebe zum Garten ist ein Grundzug der arabisch-islamischen Kultur. In zahllosen Gedichten wird bis heute die Schönheit des Gartens gepriesen. Darüber hinaus wurde er zum vielfachen Symbolträger.
Die präsentierten Gedichte sind verschiedenen Themenkreisen zugeordnet:
„Begeisterung für Pflanzen und Gärten“, „Feste und Feiern im Garten“, „Liebe im Garten“, „Garten als Paradies – Paradies als Garten“, „Garten als mystischer Ort“.

Zum Vortrag gebracht wird Lyrik folgender Dichterinnen/Dichter :

Spanien/Andalusien : Ibn Khafádcha (11. Jhd.); Quasmuna bint Isma'il (11. Jhd.): Ibn Sahel (13. Jhd.); Ibn Khátima (13. Jhd.); Ibn Zamrak (14. Jhd.);
- Orient, insbes. Persien : Ibn al-Mu'tazz (9. Jhd.); Ali Mandschik (10. Jhd.); Dunnah ben Labrat ha-Lewi (10. Jhd. Babylon/Cordoba); Farrukhi-i-Sistaní (11. Jhd.); Dschelaledin Rumi (Persien/Türkei, 13. Jhd.); Hafiz (14. Jhd); Ziya Uddin Nakhshabi (14. Jhd.)

Der von den Arabern geleistete Kulturtransfer beeinflußte die Gartengestaltung des Mittelalters und regte die Fantasie der Maler und Dichter in Europa an.

Die sprechgestaltende „Inszenierung“ der Gedichte wird ergänzt durch kulturhistorische Kommentierungen, so dass die zeitliche Distanz für die Zuhörenden überbrückt wird.

Einspielungen hispano-arabischer Musik lassen den atmosphärischen Zauber Andalusiens und des Orients lebendig werden.

Aufführungsdauer insgesamt: 65 Minuten
Ausführende: Sylvia Alphéus und Dr. phil. Lothar Jegensdorf