Kreisheimatbund-Vortrag am 11.1.2019 um 19:30

Von Bockwindmühle bis Dorfdisco –
Museumsdorf Cloppenburg, Kontinuität und Wandel einer Kulturinstitution

Das Museumsdorf Cloppenburg gehört zu den großen und meistbesuchten Museen Niedersachsens. Als ältestes Freilichtmuseum in Deutschland genießt es eine besonders hohe Publikumsgunst. Aktuell sind es rund 280.000 Menschen pro Jahr, die der Einrichtung einen Besuch abstatten: Einzelbesucher, Familien mit Kindern, Schulklassen, Seniorengruppen, Vereine und nicht zuletzt eine große Anzahl von Neubürgerinnen und Neubürger. Jährlich stattfindende Events (Veranstaltungen) wie die "Gartenpartie", die "Dorfkirmes" oder der "Nikolausmarkt" unterstützen den großen Zuspruch und tragen zur positiven öffentlichen Wahrnehmung bei, aber nur die Erforschung und Vermittlung von Inhalten binden das Museumspublikum nachhaltig.

Das Museum profitiert von seinem ganzheitlichen Ansatz, der Architektur-, Kultur- und Sozialgeschichte im Ensemble darstellt. Diese Form des Abbildens und Vermittelns wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Skandinavien entwickelt und fand alsbald Rezipienten in vielen Teilen Europas. Anfänglich beschränkte sich der Ansatz auf die Darstellung der vorindustriellen bäuerlichen Welt, aber spätestens ab den 1970er Jahren gerieten auch Teile der industriellen Kultur und damit auch andere Bevölkerungsgruppen in den Blick. Heute verfolgen viele Freilichtmuseen das Ziel, den historischen Prozess und den damit verbundenen kulturellen Wandel (ländlicher) Gesellschaften aus regionaler Perspektive darzustellen. Ausgangspunkt ist dabei zumeist das translozierte Gebäude, das als Einzelbeispiel oder eingebunden in ein bauliches Ensemble (Baugruppe, Straße oder gar ein ganzes Dorf) das Bauen, Arbeiten, Wohnen und Leben früherer Generationen vor Augen führt. Diese Form der ganzheitlichen Vermittlung spricht Menschen an - und tut es umso mehr, sobald sich in dem Dargestellten auch ein Teil der eigenen Geschichte wiederfindet. Das führt dazu, dass Freilichtmuseen bestrebt sind, zumindest einen Teil des sich immer rascher vollziehenden kulturellen Wandels zu dokumentieren, zu erforschen und im Original abzubilden.

Noch vor dreißig Jahren hätte wohl niemand ernsthaft daran gedacht, eine Landdiscothek mit sämtlichem Inventar für die Nachwelt in einem Freilichtmuseum zu erhalten. Das Niedersächsische Freilichtmuseum hat diesen Schritt inzwischen vollzogen. Die Translozierung (Umsetzung) der Dorfdiscothek "Zum Sonnenstein" aus Harpstedt im Landkreis Oldenburg ist abgeschlossen, der Wiederaufbau als Teil einer neuen Baugruppe im Museumsdorf in Cloppenburg in vollem Gange - begleitet von hohem überregionalem Interesse der Medien. 

Unter dem Titel "Von Bockwindmühle bis Dorfdisco – Museumsdorf Cloppenburg, Kontinuität und Wandel einer Kulturinstitution" berichtet Prof. Dr. Uwe Meiners, bis 2018 ltd. Direktor dieser Einrichtung, auf Einladung des Kreisheimatbundes Peine über die Geschichte und aktuellen Herausforderungen von Freilichtmuseen. Ihnen fällt bei der Erforschung und Vermittlung regionaler Kulturgeschichte - ähnlich wie dem Kreismuseum in Peine - eine herausragende Funktion zu, auch wenn es darum geht, Neubürgerinnen und Neubürger für die Wahrnehmung "fremder" und "eigener" Kulturen zu sensibilisieren und damit einen Integrationsprozess in Gang zu setzen.

Der Vortrag findet am Montag, dem 11.11.19 um 19:30 Uhr im Kreismuseum Peine statt. Der Eintritt ist frei.

Bockwindmühle von 1683 aus Essern, Ldkr. Nienburg

"Dorfkirmes": Jährliche Durchführung mit den museumseigenen Karussells

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31224 Peine

+49 (0) 5171 401 34 08

kreismuseum@landkreis-peine.de

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Di-So 11-17 Uhr

Eintritt kostenfrei!

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